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Freitag, 12. März 2010

time for a gift.

Die Frühjahrsmode ziert Schaufenster und Kataloge, Vögel schnattern in den Morgenstunden und Krokusse strecken zaghaft ihre Stängel in die Luft. Nur eisiger Wind und zittrige Temperaturen dämpfen die aufkommenden Frühlingsgefühle. Bestehen diese doch hauptsächlich aus allzu bekannten Endorphinschmetterlingen und dem Wunsch, endlich ohne körperliche Schutzfunktion und roter Nase in dünner Jacke durch den Tag zu schlendern. 
Wohlige Illusion hin oder her: Einen Vorgeschmack auf Pastell, Leder und flatternde Stoffe bietet der in Paris ansässige Tillmann Lauterbach. Seine relativ schlichte, puristische Mode lässt den funktionalen Zwiebellook vergessen und beweist, dass pelikansartige Eleganz auch endlich in der Fashionwelt Beachtung findet. Binsenweisheit des Tages: "Eleganz hat für mich etwas mit Körperhaltung und Lebenseinstellung zu tun."
Der Sommer wird kommen, Herr Lauterbach.
(bilder:tillmann lauterbach)

Samstag, 13. Februar 2010

androgyner durchgangspfad.

"Kinship is to anthropology what logic is to philosophy and nude is to art: is is the basic discipline of the subject." (Fox)
Der menschliche Körper fesselt. Und entfesselt. Normen, Hemmungen, Zurückhaltung. Denken wir allein an die Orgie in Süskinds "Parfüm", in der sich ein Koloss von fleischfarbenden Körpern ineinander wölbt und zugleich die Doppelmoral (adliger) Bürger öffentlich zur Schau gestellt wird.

Nun thront das dänische Model Freja Beha Erichsen gänzlich unbekleidet im Purple Magazin und löst eine ganze Schar aus von unterschiedlichen Meinungen. Stets dabei: die gender-Frage.
Zu androgyn erscheine die Dänin. Zu männlich. Und Tattoos als toughe Attribute würden ihren Körper weit weg hieven von jeglicher Ästhetik. Hätte Mrs Beha doch ihre lange Haarpracht behalten. Die Tomboy-Fraktion hingegen dreht die Propagandatrommel. Freja bricht mit "Normen", steht zu sich und ihrem Körper. So erscheint das Model wie ein Konstrukt aus Eigen - und Fremdzuschreibungen, die immer bizzarer werden, je weniger Betrachter erkennen, was für ein Mensch eigentlich abgebildet wird. Unabhängig davon, dass ich fasziniert bin von Frejas Wandelbarkeit, moniere ich über ihr Gewicht. Ein Brot mehr würde der guten Frau sicherlich nicht schaden..der Optik ebensowenig.
(pics: tfs)